Künstler für ALS: Benefizkonzert in Mannheim

Die Initiative "Künstler für ALS", ins Leben gerufen durch die Pianistin Susanne Wendel, veranstaltet am 21. September 2010 ein Benefizkonzert in Mannheim.
Namhafte Künstlergrößen wie der Opernsänger Franz Mazura, die Sopranistin Janice Dixon und das Brassquintett des SWR-Rundfunkorchesters werden auf ihre Gagen verzichten, damit die Einnahmen einem Hilfsmittelfond für ALS Patienten zugute kommen. Das Konzert findet im Rahmen des Jahreskongresses für Neurologie statt.

21.September 2010, 19.00 Uhr
Stamitzsaal des Mannheimer Rosengartens.

Brief der Initiatorin Susanne Wendel

Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Menschheit leidet seit Anbeginn ihres Daseins unter schweren Krankheiten, deren Ursachen
bislang nicht oder bestenfalls partiell erforscht werden konnten. In unserem Zeitalter stehen Krebserkrankungen
an erster Stelle. Für das Jahr 2010 haben die Statistiker 450.000 Neuerkrankungen
prognostiziert und damit in den letzten 5 Jahren eine Neupatientenzunahme von durchschnittlich
5000-6000 Menschen pro Jahr. Die Mortalitätsrate ging im Gegenzug durch intensive Forschung
und Förderung auf 25 % pro Jahr zurück.
Daneben existieren aber auch gen- oder umweltbedingte Krankheiten, die in den letzten Jahren an
Häufigkeit zugenommen haben, wenngleich sie in der breiten Öffentlichkeit relativ unspektakulär
geblieben sind: beispielsweise die bisher unheilbare Muskelkrankheit ALS (Amyotrophe Lateral
Sklerose).
Dabei handelt es sich um eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, was alle
Bereiche unserer Motorik stark einschränkt wie Bewegung, Sprache, Mimik, Gestik. Die Krankheit
ist rasch progredient und breitet sich kontinuierlich über den ganzen Körper aus. Der Patient hat
eine mittlere Überlebenserwartung von 2-4 Jahren.
ALS ist in jüngster Zeit durch das Schicksal des Malers Jörg Immendorf, der Fußballspieler Krzysztof
Nowak und Jimmy Johnstone und insbesondere durch das spektakuläre Schicksal des Astrophysikers
Steven Hawking bekannt geworden.
Heute leben in Deutschland circa 7000 Personen mit dieser Erkrankung, in den nächsten 10 Jahren
wird eine Zunahme auf 160.000 Erkrankte indiziert; d.h. man geht von einer Neupatientenerkrankung
von 1500-2000 Menschen pro Jahr aus. Die Mortalitätsrate liegt im Gegensatz zu Krebspatienten
bei fast 98%. Die Therapie- und Heilungsmöglichkeiten werden nach heutigem Forschungsstand
als noch sehr begrenzt eingeschätzt.
Deshalb ist es umso wichtiger, diese Patienten und ihr Umfeld auf dem Weg zur Bewältigung ihrer
Alltagssituationen zu unterstützen; ihnen das Gefühl von Integration und Normalität zu geben.
2004 starb mein Vater innerhalb eines halben Jahres an ALS. Diese einschneidende Erfahrung; die
Hilflosigkeit aller Beteiligten, also Patient, Angehörige und Ärzte während der Leidenszeit meines
Vaters waren der Auslöser für mein aktives Engagement für diese Patientengruppe. Durch die Organisation
von Benefizveranstaltungen möchte ich das Bewusstsein für diese Krankheit in der Öffentlichkeit
sensibilisieren und dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen durch unbürokratische
Hilfe zu erhöhen.
Vor fünf Jahren initiierte ich erstmals gemeinsam mit Musikerkollegen ein Benefiz-Konzert. In
diesem Zusammenhang lernte ich Prof. Dr. Albert Ludolph, den leitenden Direktor der Neurologischen
Abteilung der Universitätsklinik Ulm kennen und seit dem verbindet uns eine erfolgreiche
Kooperation.
Wir fassten die Idee, einen Hilfsmittelfond zu gründen, der durch Spenden und staatliche Fördermittel
finanziert wird. Die Gelder sollen zweckgebunden zur Anschaffung von Leben vereinfachenden
Hilfsmitteln deutschlandzentral verwandt werden. Die betroffenen Patienten haben dann die
Möglichkeit, abseits von sehr zeitintensiven Genehmigungsverfahren im Bedarfsfall auf diese
Hilfsmittel zuzugreifen.
Um auch in Zukunft, den „neuen“ Lebensweg von ALS erkrankten Menschen begleiten zu können,
sind wir nicht nur auf die medizinische Hilfe in unseren Spezialkliniken angewiesen, auf die Weiterentwicklung
von Forschung und Technik, sondern ganz wesentlich kann jeder einzelne durch
eine kleine Spende einen evidenten Beitrag zu einer gesellschaftlichen Aufgabe leisten, deren Anforderungen
er möglicherweise morgen auch benötigt.
In diesem Zusammenhang mache ich Sie auf unser Spendenkonto und den Termin zu meinem
diesjährigen Benefizkonzert aufmerksam.
In Verbindung mit dem Jahreskongress 2010 für Neurologie lade ich am 21. September 2010
um 19 Uhr in den Stamitzsaal des Mannheimer Rosengartens zu einer Erfolg versprechenden
Gala ein
.
Für die Unterhaltung konnte ich so namhafte Künstlergrößen wie den Schauspieler, Opern- und
Konzertsänger Franz Mazura, die Sopranistin und Weltklasse-Diva Janice Dixon, das grenzübergreifend
bekannte und viel gelobte Brassquintett des SWR-Rundfunkorchesters und der Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz sowie zwei regionale Ensembles Concerto EQuadro Mannheim und
Ensemble LieberTango engagieren.
Alle Künstler verzichten an dem Abend auf ihre Gagen.
Die Moderation übernimmt freundlicher Weise der langjährige Kulturredakteur des Mannheimer
Morgens, Ralf-Carl Langhals.
Prof. Dr. Albert Ludolph und Prof. Dr. Armin Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit klinischer
Neurophysiologie und Stroke Unit Ludwigshafen, werden persönlich für fachliche Fragen
über ALS zur Verfügung stehen.
Ein besonderer Dank gilt der Stadt Mannheim als Veranstaltungsort, die mit der Schirmherrschaft
von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz ihre Solidarität beweist.

Lieber Leser,
sollten Sie sich am Ende einer anstrengenden Brieflektüre durch meine Worte angesprochen gefühlt
haben, erbitte ich eine Spende zu Gunsten des
Spendenkontos
Universitätsklinikum Ulm
BLZ 630 500 00
Kto 106 478 Verwendungszweck: D 25 91, ALS-Benefiz

(Bitte geben Sie für die Ausstellung der Spendenquittung Namen und Adresse an!)
Sie unterstützen unsere Initiative gleichsam, wenn Sie diesen Brief an Interessierte und Bekannte
weiterreichen.
Unsere Benefizveranstaltung bietet ein interessantes Forum, sich mit hochkarätigen Fachleuten über
die Krankheit ALS auszutauschen. Darüber hinaus ist die Musik ein wichtiges Instrumentarium, das
der betroffenen Patientengruppe ein bleibendes Lebensgefühl vermittelt.
Sie erwerben Karten für die Veranstaltung sowohl in der Vorbestellung wie an der Abendkasse.
Die Eintrittsgelder werden direkt dem Hilfsmittelfond zugeführt.

Kartenvorbestellung:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 07621-983327
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Ihre Susanne Wendel