Zum Tod von Peter Hintze

Mit dem Tod von Peter Hintze verliert die deutsche Politik einen der wenigen aktiven Fürsprecher der ALS-Forschung. Im Jahre 2010, nach der Gründung unserer Initiative, schrieben wir verschiedene Politiker aus allen im Bundestag vertretenen Parteien an und baten um ein Gespräch. Peter Hintze landete nur deshalb auf dieser Liste, weil er zufällig Abgeordneter in meinem Wahlkreis war. Als Staatssekretär für Wirtschaftsfragen gehörten weder Medizin noch Wissenschaft zu seinen Fachgebieten.
Als wir im August 2010 zu einem Termin in seinem Wuppertaler Büro erschienenen, erwarteten wir nicht mehr als das Standardprogramm: verständlichvolles Nicken, Anerkennung für das Engagement, vielleicht ein Brief ans Forschungsministerium. Um so erstaunter waren wir über den tatsächlichen Verlauf des Gesprächs. Hintze war erstaunlich gut informiert, zwar nicht über ALS, aber über medizinische Forschung im allgemeinen. Und er war aufrichtig bestrebt, seine Wissenslücken bzgl. ALS zu schließen und nahm unser Angebot der Gesprächsvermittelung zu ALS-Forschern dankbar an.
Kurze Zeit später besuchte er Prof. Meyer in der Berliner ALS - Ambulanz, mit Prof.  Ludolph in Ulm führte er mehrere lange Telefongespräche. Wie auch wir befürworte er die Integration des Ulmer Forschungszentrums in das DZNE. Seine Aktivitäten blieben hinter den Kulissen, aber auch in den Jahren danach hielten wir Kontakt und er ließ sich über alle wichtigen Entwicklungen informieren.

Mit Peter Hintze verliert die ALS - Forschung nicht nur den ranghöchsten Fürsprecher, sondern - was die Fraktion der CDU /CSU angeht - auch den Einzigen.

27.11.2016 Dirk Peters