Klinische Studien

Weltweit laufen derzeit eine Reihe von klinischen Studien, die die Wirksamkeit von Medikamenten bei ALS ermitteln sollen. Bei keinem dieser Medikamente wird eine Heilung in dem Sinne erwartet, dass sich bereits aufgetretene Lähmungen zurück entwickeln. Die Hoffnung liegt darauf, mit ihnen den Krankheitsverlauf deutlich zu verzögern oder gar zu stoppen.

Die Teilnahme an einer Studie ist für ALS-Patienten eine Möglichkeit, frühzeitig von einem neu entwickelten Medikament zu profitieren. Natürlich ist die Einnahme eines wenig erprobten Medikamentes immer ein Risiko. Außerdem haben sich Studienteilnehmer häufigen Untersuchungen zu unterziehen - in der Regel alle 4-6 Wochen. Das ist natürlich für Patienten, bei denen die Krankheit schon fortgeschritten ist und die nicht in unmittelbarer Nähe eines ALS-Zentrums wohnen, eine erhebliche Belastung.

Wie fast alle klinischen Studien werden auch potentielle ALS-Therapien als "randomisierte Doppelblindstudie" durchgeführt. Das bedeutet: nur die Hälfte der Teilnehmer bekommt das zu testende Medikament, die andere Hälfte ein unwirksames "Placebo". (Siehe auch: Placebo und Nocebo) Viele ALS-Patienten (unter ihnen auch ich) empfinden diese Vorgehensweise bei einer Krankheit wie ALS als ärgerlich, unwürdig und systematisch sinnlos.

Auch insgesamt muss der Erkenntnisgewinn einer klinischen Studie kritisch betrachtet werden. Es gibt bei ALS keinen "Biomarker ", also einen klar definierten Messwert, mit dem das fortschreiten der Krankheit beschrieben werden kann.

 

Eine aktuelle Übersicht über laufende klinischen Studien weltweit gibt es auf der Seite von ALSTDI: http://www.als.net/Research/ClinicalTrials/